Lange Nacht des Menschenrechts-Films und die "Matinée zur Langen Nacht"
Preisträgerinnen und Preisträger zu Gast in Hamburg
Zum bereits fünften Mal fand am Freitag, 19. September 2025, in der Hansestadt eine „Lange Nacht des Menschenrechts-Films“ statt.
Ein Wochenende voller bleibender Eindrücke. Ein Freitagabend und ein Sonntagvormittag, die berührt, aufgewühlt, nachdenklich machten und zugleich Mut gaben: Am Freitag, 19. September, fand im Abaton Kino die Lange Nacht des Menschenrechts-Films, statt, am Sonntagvormittag rundete eine Matinee das Programm ab. Durchs Programm führte Marko Junghänel, viele Jahre Gesamtkoordinator des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises.
„15 Minuten“ eröffnete den Abend: ein Film über Abschiebung, der unter die Haut ging. Im Gespräch erzählte Regisseur Sejad Ademaj, wie eng die Geschichte mit seiner eigenen Kindheitserfahrung von Duldung verbunden ist.
Es folgte „Zelle 5 – Eine Rekonstruktion“, die uns an den Tod von Oury Jalloh erinnerte, der 2005 in einer Polizeizelle in Dessau-Roßlau ums Leben kam. Rechtsanwältin Gabriele Heinecke, die die Familie begleitet, sprach eindringlich über den langen Weg der Aufklärung.
Mit „Alles gehört zu dir“ wurde ein sehr persönlicher Blick auf eine Kindheit und Jugend eines Kindes mit Migrationsgeschichte in Deutschland geworfen.
„Migrationskrise? Eine Gemeinde zeigt, wie es geht“ beschreibt, wie Zivilcourage und Ehrenamt dem Rechtsruck entgegentreten können. Filmemacher Herbert Kordes und Bürgermeister Richard Reischl standen Rede und Antwort.
Im Hauptfilm „Sieben Winter in Teheran“ schildert Regisseurin Steffi Niederzoll mit teils heimlich gedrehtem Material den Kampf von Reyhaneh Jabbari, die nach einer versuchten Vergewaltigung ihren Angreifer tötete und sieben Jahre im Todestrakt saß. Besonders eindrucksvoll waren die Worte der anwesenden Mutter Shole Pakravan.
Lilith Kuglers Matinee-Film „Hausnummer Null“ handelte von zwei Wohnungslosen in Berlin, Chris und Alex, die mit Heroin leben. Im anschließenden Gespräch mit Alex selbst und Lilith Kugler, mit Lisa Duvinage vom Drob Inn und Jörn Sturm von Hinz&Kunzt ging es um die Lebensrealität der Obdachlosen und Drogenabhängigen.
Ein herzliches Dankeschön an alle Mitveranstalter:
Amnesty International Hamburg, die Bahá’í-Gemeinden, peace brigades international – pbi, die Evangelische Akademie der Nordkirche, SEGEMI e.V. und die Justizbehörde Hamburg, für die Unterstützung.
Ein großer Dank auch ans Abaton und dessen Bar im Abaton, an alle Gesprächspartner:innen – und vor allem an Marko Junghänel für die einfühlsame Moderation.