Hamburgischer Anwaltverein e.V.

HAV-Mitgliederbereich

Emil-von-Sauer-Preisverleihung am 15. Juni 2017 im Hotel Hafen Hamburg

"Die Hülfskasse ist eine Zierde der Anwaltschaft." Mit diesem Zitat endete die Laudatio von Rechtsanwalt Hartmut Kilger auf den diesjährigen Preisträger des Emil-von-Sauer-Preises. Alle zwei Jahre vergibt der Hamburgische Anwaltverein diesen Preis an Hamburger Institutionen oder Personen, die sich in besonderem Maße um die hamburgische Anwaltschaft verdient gemacht haben. In diesem Jahr wurde der Preis an die Hülfskasse Deutscher Rechtsanwälte verliehen. Eine Institution, die sich seit über 130 Jahren der Solidarität innerhalb der Anwaltschaft verschrieben hat. Mit einem Laudator, der als Sozialrechtler, Süddeutscher und Vorsitzender der Versorgungswerke nicht besser hätte gewählt werden können. Ein etwas "listiger Gedanke" vom Vorstand des Hamburgischen Anwaltsvereines, wie der Laudator selbst feststellte. Und so war die Laudatio von viel "nicht immer leicht zu formulierendem Lob" geprägt. Lob und Anerkennung dafür, dass turbulente Zeiten immer wieder überstanden wurden. Lob für die Anwältinnen und Anwälte, die sich um ihre eigenen Belange der Fürsorge kümmern und nicht nach dem Staat rufen. Wohl auch weil sie schon immer ein soziales Gewissen hatten und immer noch haben. Lob auch dafür, dass die Hülfskasse den wichtigen und dringend notwendigen Teil der Fürsorge übernimmt, neben den Versorgungswerken, die sich - wie der Name schon sagt - "nur" der Versorgung verpflichten. Und auch wenn eine Frage unbeantwortet blieb, nämlich warum sich nicht mehr Kammern an der Hülfskasse beteiligen, übermittelte der Laudator Glückwunsch und Anerkennung aller Versorgungswerke verbunden mit dem Traum oder auch Wunsch, dass es in Zukunft eine Versicherungsfreiheit in den Versorgungswerken gibt und dennoch kein notleidender Anwalt zum Sozialamt muss. Und die Preisträgerin selbst? Wie gesagt, über 130 Jahre alt und getragen von den Rechtsanwaltskammern Hamburg, Schleswig-Holstein, Braunschweig und der beim Bundesgerichtshof. Darüber hinaus sind auch Spenden und Zuweisungen durch die Gerichte eine wichtige Basis für die Tätigkeit der Hülfskasse. Wie besser könnte man die Preisträgerin beschreiben als durch ihre tägliche Arbeit und die Fürsorge, die notleidende Anwälte und deren Familien immer wieder erfahren. Da ist die schwerbehinderte Rechtsanwältin, die aufgrund einer Zuwendung aus der Weihnachtsspende ihren Pkw behindertengerecht umbauen lassen konnte. Für sie und ihre Familie mit zwei Kindern bedeutet dies wiedergewonnene Mobilität. Oder der 51jährige Rechtsanwalt, der aufgrund einer seltenen Lähmungserkrankung zu 100% arbeitsunfähig geworden ist. Aufgrund der Zuwendungen der Hülfkasse erfuhr die Familie eine Unterstützung, so dass die vier Schulkinder z.B. weiterhin an Klassenreisen teilnehmen können. Die Beispielsfälle sind vielzählig. Die Hülfskasse dämpft sozialrechtlich bestehende Lücken ab, wenn staatliche Zahlungen nicht ausreichen. Sie ist darüber hinaus aber auch Sinnbild für menschliche Anteilnahme und seelische Unterstützung. Im Jahr 2016 wurden in insgesamt 47 Fällen dauerhafte Unterstützungen seitens der Hülfskasse geleistet. Es könnten mehr sein. Begleitet wurde die Preisverleihung von dem Jugendchor Lukulule – Lust an Kunst und Lust am Leben. Zehn junge Musiker und Musikerinnen, die Spaß am Singen und Musizieren haben und mit "Lean on me" den passenden Rahmen für eine würdige Veranstaltung eingeleitet haben. Und wenn Sie Teil der Fürsorge für die Anwaltschaft sein möchten, spenden Sie - heute, morgen, zur Weihnachtspende...

Autorin
Rechtsanwältin Andrea Hierl
Vorstandsmitglied des HAV

Alle Preisträger

Alle Emil-von-Sauer-Preisträger (PDF)

Fotos

Fotos © Martina van Kann

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mitglied werden
Stellenmarkt und Kleinanzeigen
Anwaltssuchdienst

Hamburgischer Anwaltverein e.V. • Sievekingplatz 1 • Ziviljustizgebäude • Zimmer B 200 • 20355 Hamburg • Tel. (040) 61 16 35 - 0 • info@hav.de