Hamburgischer Anwaltverein e.V.

HAV-Mitgliederbereich

Der digitale Binnenmarkt und die neue EU DS GVO

Eine Veranstaltung des HAV am 4. Mai 2017 um 19:00 Uhr in der Grundbuchhalle des Ziviljustizgebäudes.

Es ist beschlossene Sache:

Die europäische Union erhält ein einheitliches Datenschutzrecht. Die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) gilt ab dem 25. Mai 2018.

Noch lange hin, könnte man meinen.
Doch für Unternehmen, Behörden und nationale Gesetzgeber heißt es jetzt, jede Menge Vorbereitungen zu treffen.
Denn die Geldbußen bei künftigen Verstößen sind hart. Und gleichzeitig entwickelt sich der digitale Binnenmarkt weiter.

Der Europarechtler Paul Nemitz war als Direktor für Grundrechte in der EU Kommission von Anfang an federführend am Gesetzgebungsverfahren für die Datenschutz-Grundverordnung beteiligt.

Am Donnerstag, 4. Mai 2017 ist er zu Gast beim Hamburgischen Anwaltverein und spricht über die Vereinheitlichung der Datenschutzstandards und die Auswirkungen auf den Datenschutz in Deutschland im Kontext von Globalisierung und digitalem Binnemarkt.

Prof. Dr. Armin Hatje vom Institut für Europarecht der Universität Hamburg wird in die Veranstaltung mit einigen Bemerkungen zur Einordnung der DS GVO aus Sicht des allgemeinen Europarechts einleiten.

Außerdem ist Prof. Dr. Johannes Caspar, Hamburgischer Beauftragter für DAtenschutz und Informationsfreiheit, angefragt.

Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir zu einem kleinen Empfang ein.

Um Anmeldung wird gebeten unter info@remove-this.hav.de.

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier und die Kurzlebensläufe von Paul Nemitz und Prof. Dr. Armin Hatje gleich hier.

 

 

LAWYERS' GET TOGETHER by Hamburgischer Anwaltverein

Am Dienstag, den 21. Februar 2017 findet die vierte Veranstaltung LAWYERS' GET TOGETHER by Hamburgischer Anwaltverein statt von 18:00 bis 20:00 Uhr statt.

 

Ein interessanter Link, wenn es darum geht
"Was ist meine Abschluss in Deutschland wert".

http://anabin.kmk.org/anabin.html

 

DIE AKTUELLE FLÜCHTLINGSSITUATION hat auch den HAV vor die Frage gestellt, welcher Beitrag im Rahmen der bestehenden Aufgaben und der begrenzten Möglichkeiten geleistet werden sollte. Der Vorstand hat sich dazu entschlossen, sich an alle Kollegen zu wenden, die aus ihrem Heimatland unter Aufgabe ihrer Existenz vor Krieg und Terror flüchten mussten und in unserer Stadt angekommen sind. Mit der Idee, für diese Kollegen eine „Plattform“ für einen Austausch mit den hiesigen Kollegen zu schaffen, haben bisher zwei Treffen in der Cafeteria der Grundbuchhalle des Landgerichts Hamburg stattgefunden am 25. Mai 2016 und am 28. Juni 2016. Zu diesen Treffen waren jeweils rund 15 Kollegen gekommen, die aus Syrien, dem Iran oder Afghanistan geflohen sind, und einige unserer hiesigen Kollegen sowie Vertreter der Hanseatischen Rechtsanwalts- kammer, der ÖRA, des Max-Planck-Institutes und Hilfsorganisationen, sodass bereits ein reger Austausch und ein erstes Kennenlernen der bestehenden Nöte und Hoffnungen stattgefunden haben. BEEINDRUCKEND WAREN DIE TAPFERKEIT und der große Wille zur Integration all derjenigen, die den Weg zu diesen Treffen ge-funden haben. Deutlich wurde aber auch, dass die Angebote für eine Integration nicht ausreichen und die geflohenen Kollegen ein hohes Interesse daran haben, schnell unsere Sprache zu lernen und die Möglichkeit zu erhalten, wieder berufstätig zu sein. Ein erster Schritt hierzu wären Praktika oder sonstige Angebote zur Mitarbeit.

WIR FREUEN UNS, wenn viele unserer HAV-Mitglieder teilnehmen, die am Austausch mit den geflüchteten Kollegen interessiert sind und/oder sich auch vorstellen können, diesen einen Praktikumsplatz oder andere Angebote zur Mitarbeit zu bieten.

Schicken Sie uns gleich eine E-Mail.

So war die 1. Veranstaltung:

Am 25. Mai 2016 hat das 1. Lawyers‘ Get Together mit Kolleginnen und Kollegen, die aus ihre Heimat fliehen mussten, auf Einladung des HAV stattgefunden.

Es war ein erfolgreicher, sehr interessanter und bewegender Abend, an dem es sowohl für deutsche als auch für ausländische Kolleginnen und Kollegen erstmals Gelegenheit gab, einander zu begegnen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Außerdem bot der Abend für viele erstmals Gelegenheit Kolleginnen und Kollegen aus den eigenen Kriegs- und Terrorgebieten zu treffen, die ähnliche Schick - sale zu tragen haben. 

Mit Hilfe der Unterstützung ehrenamtlicher Helfer, des ASB und den Mitarbeitern des Hamburger Projektes „W.I.R.“ – work & integration for refuguees – ist es uns gelungen, Kolleginnen und Kollegen anzu - sprechen, die unsere Unterstützung dringend brauchen. Am 25. Mai haben dann zu unserer großen Freude zwölf Kollegen, ein Richter aus Syrien, eine Kollegin aus dem Iran und zwei Juristen aus Afghanis - tan den Weg zu uns gefunden. Bei den meisten der geflohenen Kol - leginnen und Kollegen ist der Status bisher leider noch immer nicht geklärt, obwohl sie bereits seit Monaten in Hamburg sind. Sie suchen händeringend nach Möglichkeiten sich einzubringen, Arbeit zu leisten und ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Sie leben bisher überwiegend in den zentralen Aufnahmeeinrichtungen der Stadt Hamburg. Unser Angebot zu Begegnung und Austausch haben sie mit großer Dankbarkeit angenommen.

Maßgeblich unterstützt wurden wir an dem Abend von den zwei Übersetzerinnen Frau Houda Backhaus (arabisch) und Frau Anahita Sarfaraz (persisch). Herzlichen Dank an diese beiden und an Frau Kollegin Blandow-Schlegel, die den Kontakt hergestellt hat.

Podiumsdiskussion - Der Anwaltsauftrag und die Mediation - ein lukratives Paar?!

Der Anwaltsauftrag und Mediation – ein lukratives Paar?

Diese Frage gemeinsam mit einem Publikum von Rechtsanwältinnen, Rechtsanwälten und Anwalts-Mediatoren zu erforschen hatten sich der Hamburgische Anwaltverein e.V. und die vier Kolleginnen und Kollegen auf dem Podium vorgenommen.

Am Donnerstag, den 28. Januar 2016, waren mehr als 50 Gäste in dem ehrwürdigen, holzgetäfelten Plenarsaal des Ziviljustizgebäudes zusammengekommen, um nach einem einleitenden Podiumsgespräch mit den vier Experten zum Thema Mediation lebhaft miteinander zu diskutieren. Die Veranstaltung moderierte Frau Rechtsanwältin und Mediatorin Friederike Luise Matheis.

Rechtsanwalt Michael Plassmann, Wirtschaftsmediator aus Berlin, erläuterte eingangs, was eine Mediation - rechtlich und strukturell - von anwaltlichen Vergleichsgesprächen unterscheidet. Er skizzierte die fünf Phasen, die den Ablauf einer Mediation strukturieren: zu Beginn die Auftragsklärung und Arbeits-Grundlagenvereinbarung zwischen den Medianten (Konfliktparteien) und dem Mediator, anschließend die Themensammlungsphase mit der Konstatierung der verschiedenen Positionen, sodann die Kernphase mit der intensiven Erforschung der Interessen und Bedürfnisse der Medianten, nachfolgend die Brainstormingphase zur Sammlung von Lösungsoptionen zu den vorher bestimmten Themen und schließlich - als fünfte Phase - das Zusammenschnüren des Paketes zur Lösung des Konfliktes mit einer abschließenden vertraglichen Vereinbarung. Insbesondere machte Herr Plassmann den rechtlichen und tatsächlichen Unterschied der beiden Rollen zwischen (Anwalts-) Mediator als rechtlich neutralem, überparteilichem Konfliktmanager einerseits und dem Anwalt als Parteivertreter im Vergleichsgespräch mit der rechtlichen „Gegenseite“ andererseits deutlich. Beides ist gesetzlich verpflichtend geregelt: die einseitige Parteilichkeit des mandatierten Anwaltes und die neutrale Überparteilichkeit des Mediators.

Frau Rechtsanwältin Brockmann-Wiese, Fachanwältin für Familien- und Erbrecht und langjährige Mediatorin, skizzierte einen typischen Mediationsfall aus ihrer Praxis, in dem sich die Unversöhnlichkeit der Parteien in einem Scheidungsmandat hinsichtlich der gesamten Scheidungsfolgesachen an einem symbolischen Streitgegenstand festmachten - nämlich im Rahmen der Hausratsauseinandersetzung an einer sündhaft teuren, alten Flasche Bordeaux. Erst nachdem die unterschiedlichen, an diese Bordeaux-Flasche geknüpften Gefühle und Verletzungen der Parteien aus der gemeinsamen Vergangenheit in der Mediation ausreichend thematisiert worden waren, konnte der Knoten der Unversöhnlichkeit platzen und danach ließen sich alle Scheidungsfolgesachen zügig klären. Um solche emotional stark aufgeladenen Verhandlungen zu führen, benötigen die Mediatoren ein erlerntes Kommunikations-Handwerkszeug, psychologisches Verständnis und verschiedene kommunikative tools, die auch Rechtsanwälten und Rechtsanwältinnen in Vergleichsverhandlungen nützen können, erläuterte Frau Brockmann-Wiese.

Frau Rechtsanwältin Schönborn, Fachanwältin für Familienrecht in einer bekannten Hamburger Familienrechtsboutique, berichtete ebenfalls aus ihrer Praxis, in der sie unter anderem mit Mediatoren und Mediatorinnen kooperiert. Wenn sie erkennt, dass in einem konkreten Fall einem Mandanten mit einer Mediation über die mit dem Scheidungsverfahren zusammenhängenden Themen besser beraten wäre als mit einer streitigen Verhandlung, stellt sie ihren Mandanten ihr bekannte, vertrauenswürdige Mediatoren zur Auswahl vor. Sie selbst begleitet in so einem Fall als rechtliche Beraterin parallel zur Mediation ihre Partei, deren Scheidungsverfahren sie vertritt. Frau Schönborn machte deutlich, dass nicht in allen Fällen die Mediation der passende Weg für ihre Mandanten sei und man als Rechtsanwalt sehr deutlich hinschauen müsse, ob es opportun sei in einer Streitigkeit die Mediation als das bessere oder hilfreichere Mittel der eigenen Partei zu empfehlen. Es sei immer im Auge zu behalten, ob ein höheres gemeinsames Interesse der streitenden Parteien in die Zukunft hinein bestehe. Und dies sei in familiären Zusammenhängen oft der Fall. Schließlich sei am Ende eines Mandats ein zufriedener Mandant oft mehr wert als nur das Honorar aus der konkreten Streitigkeit.

Im Anschluss an das einführende Podiumsgespräch entspann sich eine lebhafte Diskussion zwischen den Gästen und den Podiumsvertretern. Insbesondere die Frage nach der wirtschaftlichen Lukrativität einer Kooperation zwischen anwaltlichem Auftrag und Mediation interessierte die Anwälte. Herr Plassmann betonte, dass es gerade im Bereich der Vertretung von Wirtschaftsmandaten sowohl für die Klienten als auch für die beteiligten Anwälte und Wirtschaftsmediatoren von hohem Interesse sei, Mediationsverfahren zu bevorzugen. Vereinfacht lässt sich sagen: je höher der Streitwert und die Zukunftsinteressen in einem Fall sind, desto sinnvoller und auch wirtschaftlicher ist das Mediationsverfahren. Die zahlreichen Fragen der Gäste machten deutlich, dass über das konkrete Verfahren, die Modalitäten und die Indikation von Mediation ein anwaltlicher Weiterbildungsbedarf besteht, zumal die Mediation nach der Normierung des Mediationsgesetzes von 2012 als alternatives Konfliktlösungsverfahren inzwischen in diverse gesetzlichen Regelungen wie die ZPO, das FamFG, das ArbGG, das SGG, die VwGO u.a. Einzug gehalten hat. Diese Veranstaltung machte das wachsende Interesse an der weiteren Entwicklung der Mediation für die Anwaltschaft deutlich und so debattierten die Gäste nach Abschluss der offiziellen Diskussionsrunde im Ausklang des Abends bei Wein und Laugenstangen noch angeregt und lebhaft weiter.

© F.L. Matheis 05.02.2016

 

Fotos von Frau Katharina Rassow

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66. Deutscher Anwaltstag in Hamburg

Teilnehmerrekord - Arbeitsgemeinschaften und Ausschüsse griffen Motto auf

Ob Mediation, Schiedsgerichtsverfahren oder Online-Schlichtung: Die Streitkultur wandelt sich. Ein heißes Thema in allen Rechtsgebieten. Das fanden auch die Anwältinnen und Anwälte, die in diesem Jahr zum Anwaltstag nach Hamburg regelrecht strömten. Unter dem Motto „Streitkultur im Wandel - weniger Recht?“ wurde es mit über 1.900 Teilnehmern der größte Anwaltstag der vergangenen 20 Jahre.

Wer sich mit alternativen Konfliktlösungsmöglichkeiten befassen wollte, kam beim diesjährigen Anwaltstag natürlich auf seine Kosten. Es ist wenig überraschend, dass bei einem Anwaltstag unter dem Motto „Streitkultur im Wandel“ vor allem die Arbeitsgemeinschaft Mediation des DAV mit einer Vielzahl von Veranstaltungen aufwartete, viele in Kooperation mit anderen DAV-Arbeitsgemeinschaften. Da ging es dann nicht nur um Mediation im Familienrecht oder Sozialrecht, auch exotische Bereiche wie das Agrarrecht wurden nicht ausgespart.

Streitkultur auf der Meta-Ebene
Der Anwaltstag bot den Teilnehmern nicht nur praxisnahe Fortbildung, sondern auch Gelegenheit, den Blick zu weiten. Für die Meta-Ebene waren in diesem Jahr vor allem zwei Veranstaltungen zuständig: Einmal eine Schwerpunktveranstaltung zu Gerichtsschließungen und eine weitere (mit gut 300 Teilnehmern) zu den Gefahren und dem Nutzen von Schlichtungs- und Schiedsgerichtsverfahren, in der ein Vertreter eines nach Europa expandierenden Online-Schlichtungs-Giganten einen Vorgeschmack auf die Zukunft von Verbraucherstreitigkeiten vermittelte. Einen wichtigen Blick über den Tellerrand des Alltags bot Dr. h.c. Renate Jaeger, die als Festrednerin auf der Eröffnungsveranstaltung ihren durch umfassende Erfahrungen als Bundesverfassungsrichterin, Richterin am EGMR und als Schlichterin der Rechtsanwaltschaft geprägte Blick in den Diskurs über den Wandel der Streitkultur einbrachte (die Festrede wird im Juli-Heft des Anwaltsblatts veröffentlicht).

Die zentrale Eröffnungsveranstaltung, zu der allein rund 800 Teilnehmer kamen, wurde in diesem Jahr insbesondere von einem Thema geprägt: Der Vorratsdatenspeicherung. Rechtsanwalt Prof. Dr. Wolfgang Ewer machte in seiner letzten Eröffnungsrede als DAV-Präsident noch einmal deutlich, dass der DAV kritisch zur Vorratsdatenspeicherung stehe (seine Rede wird im Juli-Heft des Anwaltsblatts veröffentlicht), Bundesjustizminister Heiko Maas, der lange nicht als Befürworter einer anlasslosen Vorratsdatenspeicherung aufgetreten war, verteidigte die von seinem Ministerium entwickelten Pläne als politisch notwendigen Kompromiss (seine Rede wird im Juli-Heft des Anwaltsblatts veröffentlicht). Dass Berufsrecht alles andere als trocken und 800 Personen (positiv wie negativ) mitreißen kann, stellte der mit der Hans-Dahs-Plakette ausgezeichnete Rechtsanwalt Dr. Michael Kleine-Cosack mit einer halbstündigen Dankesrede unter Beweis (sein Beitrag wird im Juli-Heft des Anwaltsblatts veröffentlicht).

Und als i-Tüpfelchen verwöhnte uns das Hamburger Wetter mit ganz viel Sonne und machte die gesellschaftlichen Veranstaltungen in der Hafencity und an den Landungsbrücken (dort im BLOCKBRÄU mit freundlicher Unterstützung der DANV) zu vollen Erfolgen. Wer den Anwaltstag in diesem Jahr verpasst hat, sollte sich schon Folgendes vormerken: Der nächste Anwaltstag wird vom 2. bis 4. Juni 2016 in Berlin stattfinden.

Rechtsanwalt Manfred Aranowski, DAV, Berlin und Rechtsanwältin Claudia Leicht, Hamburg

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