Vattenfall die Dritte
07. September 2008, es war wieder soweit, das HAV-Team stand zum dritten Mal am Start. Gemeldet waren insgesamt 26 Teilnehmer, 21 für 55 KM Strecke und 5 für die 100 KM Strecke, gestartet sind dann aber 14 Teilnehmer für die 55er Strecke und 5 für die 100er Strecke. Alle Teilnehmer sind gesund und munter ins Ziel gekommen.
Da ich in diesem Jahr leider nicht selbst starten konnte, musste meinen Part mein Nichte übernehmen. Ich habe dann die Aufgabe des Supports übernommen und mich um die Stärkung für danach gekümmert, so daß ich mich der Kamera ausgestattet und der Hoffnung, daß das Wetter an diesem Tag mitspielt, morgens um 6:30 Uhr auf dem Weg in die Innenstadt machte. Auf dem Weg zum Startblock H, von hier aus startete das 55km Team, spürt man, wie auch in den Jahren zuvor, die Nervosität der Radsportler. Schon blitzen mir auch die ersten HAV-Trikots entgegen. Ich mache ein paar Fotos, wünsche allen Glück und schon muss ich hinter die Absperrung. Ich kann Herrn Schubel noch schnell das Versprechen abluchsen, dass er ein Auge beim Rennen auf meine Nichte wirft. Er hat mir aber nach dem Rennen gestanden, dass dies gar nicht so einfach war, da sie gleich losgespurtet war. Ich machte mich auf den Weg zur Mönckebergstraße und traf auf Herrn Schulte, der beim Start des 100 km - Teams dabei war und hier die Fotos schoß. Ich holte die Verpflegung aus dem Büro und mit Unterstützung meines Neffen bauten wir unseren Treffpunkt am Mönckebergbrunnen auf. Jetzt hatte ich Zeit ein wenig die Atmosphäre dieses Rennen in mich aufzunehmen. Es waren weniger Zuschauer als in den Vorjahren auf den Beinen, die Dopingfälle der Tour de France zeigte auch hier ihre Auswirkung. Trotz allem war die Stimmung wieder grossartig, das Wetter spielte mit, die Sonne stand am Himmel und nach und nach trafen die Teilnehmer bei uns ein. Zur großen Freude waren in diesem Jahr auch die zwei Teilnehmer aus Berlin mit am Start und trotz kleinem Handicap (es wurden die falschen Radschuhe mitgenommen) war man mit der Zeit sehr zufrieden.
Die einhellige Meinung aller: Nächstes Jahr fahren wir wieder mit.
Wir hoffen, dass sich dieses Erlebnis weiter herumspricht und sich noch mehr Radsportbegeisterte bei uns melden um dann gemeinsam 2009 (vorläufig 16.08.2009) mit an den Start zu gehen. In Kürze können Sie sich das Anmeldeformular von unserer Homepage herunterladen, wir übernehmen wieder die Überwachung der Anmeldefrist und melden Sie zu diesem Event an. Auch wenn Sie nicht selbst an dem Rennen teilnehmen möchten, wir suchen auch Leute für den Support.
von Heike Cieslik, Mitarbeiterin der HAV-Geschäftsstelle
Anmerkungen eines Beteiligten:
Es war wieder soweit. Nach einer zweijährigen Pause war ich diesmal wieder dabei. Das bedeutete, an einem Sonntagmorgen um 6:00 Uhr aufstehen. Muss man sich das antun? Klar, einmal im Jahr kann man dieses Opfer bringen, um mit Tausenden von Gleichgesinnten über Hamburgs freie Straßen zu radeln, ohne Rücksicht auf Ampeln und Vorfahrtszeichen. Und für die, die es immer noch nicht glauben: das macht wirklich riesigen Spaß, auch wenn man - wie ich - kein laufend trainierender Rennradfahrer ist.
Kurz vor 7:00 Uhr verlasse ich das Haus und begegne einem Nachbarn mit aufgerüstetem Rennrad und Helm auf dem Kopf. Müßig, ihn zu fragen, wo er hin will. Wir fahren gemeinsam zum S-Bahnhof, wo wir 20 weitere Teilnehmer des Rennens treffen. Während der S-Bahn Fahrt erzählt mir mein Nachbar wie selbstverständlich, dass er die 170 km-Strecke fährt. Nach einem kurzen Anflug von Mitleid lehne ich mich entspannt zurück und denke daran, dass für mich schon nach 55 km das Rennen sein Ende findet.
Am Ballindamm trennen sich unsere Wege, denn für die verschiedenen Distanzen gibt es unterschiedliche Startpunkte. Ich komme am östlichen Ende der Kennedybrücke an und treffe in meinem Startblock auch auf Menschen mit gelben Trikots und HAV-Logo. Angesichts des trockenen und nicht zu warmen Wetters sind alle wohl gelaunt und warten gespannt auf den Startschuss. Alle Kollegen stehen zusammen und unterhalten sich abgeregt. Es erscheint Frau Cieslik, die dieses Jahr nicht mitfährt, gemeinsam mit ihrer Nichte, die ihren Startplatz übernommen hat. Voller Sorge bittet mich Frau Cieslik, während des Rennens auf ihre Nichte zu achten. Dieser fromme Wunsch verpufft sofort nach dem Start, denn im Nu ist mir das Mädel davon gebraust.
Ich teile mir meine Kräfte ein, das heißt, ich suche mir erst einmal einen möglichst großen und breitschultrigen Rennteilnehmer, der ungefähr die gleiche Geschwindigkeit hält und in dessen Windschatten ich mich etwas verkrümeln kann. So geht es über Lurup nach Schenefeld, über Appen-Etz und Heist nach Wedel. Und dann, wieder in Hamburg, kommt sie, die Kösterbergstraße, sozusagen der "Waseberg für Arme". Eine nicht sehr steile, aber doch sehr lange Steigung lässt den einen oder anderen Teilnehmer, der sich zu früh verausgabt hat, vom Rad steigen. So etwas kommt für mich natürlich überhaupt nicht infrage. Langsam aber stetig arbeite ich mich nach oben und sehe schließlich vor mir die Einfahrt zum Tabea-Krankenhaus in Blankenese. Das ist der Wendepunkt, ab dort geht es erst einmal (bis Teufelsbrück) nur noch bergab.
Das Fahrrad läuft jetzt fast wie von selbst, auf der Elbchaussee durch die Elbvororte, nach Altona über die Palmaille, dann scharfe Linkskurve in die Pepermölenbek, mit Speed durch die Unterführung rauf zur Reeperbahn. Ab jetzt dauert es nur noch ein paar Minuten bis zur Einfahrt in die Mönckebergstraße, dem Ziel des Rennens. Dort angekommen, werde ich - freundlicherweise ohne Rücksicht auf meine Fahrzeit - von jubelnden Menschen am Straßenrand begrüßt und über die letzten Meter bis zum Ziel angefeuert. Das ist der schönste Moment des ganzen Rennens.
Ihr Jan Schubel, HAV-Vorstandsmitglied
Wer sich von Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, diesen Spaß auch einmal gönnen möchte, der erhält...
Weitere Informationen unter: HAV-Geschäftsstelle, Frau Cieslik, Tel: 040-61163511 oder cieslik@hav.de
Vorankündigung: Vattenfall-Cyclassics 2009
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