2006 stand ich noch am Straßenrand und konnte die Volksfeststimmung, die jedes Jahr wieder herrscht, noch im vollen Umfang genießen. Doch dieses Jahr kam alles ganz anders! Dank seiner Überzeugungskraft brachte Herr Schubel mich dazu, selbst am Rennen 2007 teilzunehmen. Viele Male musste ich mich im Training fragen "Warum tust du dir das eigentlich an?"
Aber im Laufe der Zeit machte es mit richtigen Spaß und ich fieberte mit großen Erwartungen, wie wahrscheinlich alle anderen Teilnehmer des HAV- Teams, dem großen Tag des Rennens entgegen.
Es lag wieder ein großes Interesse für die Teilnahme im HAV-Team vor und es gingen insgesamt 24 Anmeldungen ein - gestartet sind letztendlich aber nur 13 Fahrer. Diese aber dafür mit einem Ergebnis, welches sich sehen lassen kann.
Für den Hamburgischen Anwaltverein waren dabei:
| 55 km | Cieslik, Heike | 1:58:06 |
| Dietrich, Robert | 1:29:42 |
| Dörre, Marko | 1:29:58 |
| Dr. Fischer, Precht | 1:29:31 |
| Glauber, Jan Volker | 1:26:49 |
| Dr. Jaques, Henning | 1:32:58 |
| Thieß, Helmuth | 1:41:55 |
| von der Wroge, Doris | 1:40:46 |
| Wangemann, Björn Hendrik | 1:28:55 |
| Zahedy, Cyrus | 1:45:27 |
| 100 km | Hellhake, Wilhelm | 2:58:44 |
| | Lund, Peter J. | 2:57:34 |
| | Roloff, Florian | 3:11:49 |
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Nun ist es soweit. 7:30 Uhr, ich stehe an der Startlinie im Block H, kein Fahrer unseres Team zu sehen, na ja sie werden schon noch kommen - der Start ist ja auch erst in einer Stunde. So langsam steigt die Nervosität und ich kann erst jetzt richtig nachempfinden, was die Fahrer beim Start fühlten. Langsam trudelt das Team ein. Wir sammeln uns alle direkt an der Startlinie und sind recht aufgeregt und schauen noch einmal nach unseren Rädern - hoffentlich kommen wir heil durch. Herr Schubel findet uns schließlich und nimmt noch eine Jacke in Verwahrung. Es werden noch ein paar Fotos geschoßen und dann müssen wir uns auch schon zum Start aufstellen. Wir wollen so lange wie möglich zusammen bleiben, aber schon beim Start werde ich am Hinterrad berührt und komme ins Straucheln, kann einen Fall aber gerade noch abwenden - mein Team ist weg. Der Start beginnt ja toll, mein erster Gedanke - "hoffentlich sehe ich den Besenwagen nicht gleich". Ich bin die Strecke schon oft mit dem Auto gefahren und ich weiß, gleich kommt die erste kleine Steigung. Aber Dank des hohen Adrenalinspiegels ist diese Steigung nicht mehr vorhanden und es fährt sich wie von selbst. Die Häuser und Leute am Straßenrand fliegen nur so an einem vorbei. Hinter Schnelsen schauen ich auf den Tacho und denke auch das noch der Tacho ist defekt 42 km/Std. auf der Geraden, aber mitnichten, soeben überholen mich 2 Rechtsanwälte aus dem Team Taylor Wessing und rufen mir zu "Das sieht aber gut aus". Meine Gedanken drehen sich noch immer um den Besenwagen -den möchte ich nicht in meinem Nacken spüren, dafür habe ich zu sehr trainiert. Schon passieren wir Wedel und ich denke gleich kommt der Kösterberg. Der Kösterberg ist für den JEDERMANN was der Waseberg für die PROFIS ist. Mein Wunsch ist nur nicht absteigen und auf dem Fahrrad die Bergspitze erreichen. Schon sehe ich die ersten Fahrer absteigen und das Rad schieben und mir bricht der Schweiß aus. Der Gipfel ist erreicht und das Hochgefühl ist wohl erreicht - jetzt sind die schwierigen Streckenteile hinter einem und die kleine Steigung auf der Elbchaussee ist auf jeden Fall zu schaffen. Auf der linken Seite fahre ich gerade am Altonaer Rathaus vorbei - fast geschafft, jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen und die Zeit von unter 2 Stunden könnte zu schaffen sein. Nun fahren wir auf der "sündigen Meile" und das Ziel ist zum Greifen nah. Wir biegen in den Holstenwall ein und werden abgebremst - oh nein, bitte nicht absteigen, denke ich noch und schon stehen wir. Erst jetzt merke ich, dass ich mir beim verunglückten Start wohl etwas gezerrt habe. Meine Nachbarin neben mir meint nur ihr Hintern tut so weh, sie komme wohl nicht mehr aufs Rad. Es geht weiter und mein Bein schmerzt so, ich kann kaum noch treten. 1,5 km vor dem Ziel nein, ich höre nicht auf. Zähne zusammen gebissen und weiter. Die Laeiszhalle sehe ich noch und auf einmal bin ich auch schon an der Börse und sehe die vielen Leute am Rande uns zujubeln oder auch nur mir denn ich habe es ja bis hierher geschafft. Es läuft mir ein Schauer über den Rücken und die Tränen steigen auf - ich habe es geschafft. Mein Tacho sagt mir 2 Stunden und eine Minute - naja, etwas mehr als ich dachte, aber die Zieleinfahrt ist einfach einmalig und die Zeit ist auf einmal völlig egal. Ich hoffe nur, das unser ganzes Team es heil ins Ziel geschafft hat und freue mich auf die Erfrischung am Mönckebergbrunnen, denn hier warten Herr Schubel und Frau Leicht auf uns.
Alle Team-Mitglieder sind sich einig - 2008 geht es wieder an den Start. Wir hoffen, dass dann alle gemeldeten Fahrer auch starten können und dass das gemeinsame Training wieder viel Spaß bereitet. Herr Roloff wird ab dem Frühjahr auch eine Trainingsstrecke im Westen von Hamburg anbieten.
Wir hoffen für die Vattenfall-Cyclassics 2008 auf eine rege Beteiligung durch unsere Mitglieder und deren Angestellten.
Informationen erhalten Sie auf der Geschäftsstelle bei Frau Cieslik, Tel: 040-61163511 oder cieslik@hav.de |
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